Wir gratulieren unsere Preisträger bei Jugend musiziert 2015 und wünschen weiter so viel Erfolg

Zwei außergewöhnliche JugendlicheMoritz Bergmann und Felipe Güttler bei „Jugend musiziert“ in München

Mit drei sehr anspruchsvollen Stücken waren Moritz Bergmann und Felipe Güttler bei „Jugend musiziert“ in München dabei und errangen den 2. Platz. Als einzige Teilnehmer starteten sie in der Kategorie Klavier-Duo auf zwei Flügeln.

In diesem Jahr gab es keine Kategorie Solo beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ für Piano, sondern nur das Duo und alle Teilnehmer spielten vierhändig an einem Klavier. Das erklärt die Lehrerin der beiden 13-jährigen Schüler aus Holzkirchen Natalia Panina aus Reichersbeuern. Sie habe sich nicht vorstellen können, dassn ihre beiden schon sehr erwachsen wirkenden Schüler an einem Klavier musizieren. Deshalb hätten die beiden Holzkirchner Stücke für zwei Klaviere einstudiert.

„Ich habe extra ein zweites Klavier gekauft, so dass sie miteinander üben können", sagt sie. Der Nachteil aber sei gewesen, dass die Akustik in dem kleinen Raum schlecht gewesen sei. Die engagierte Klavierlehrerin fand eine Lösung. Die Firma Piano-Auer in Miesbach stellte zwei Flügel in den Geschäftsräumen für die Proben zur Verfügung.

Proben bei Piano-Auer

„Wir durften während der Geschäftszeit dort üben und die Kundschaft hat zugehört“, erzählt Natalia Panina. Für ein Stück hätten sie drei Stunden hintereinander proben müssen und so sei sie der Firma sehr dankbar, dass sie die jungen Musiker so unterstützten. „Die Flügel mussten ja hinterher wieder gestimmt werden“, betont sie.

Moritz Bergmann ist schon seit der 2. Klasse ihr Schüler und errang im vergangenen Jahr im Klaviersolo den 1. Preis bei „Jugend musiziert“ in München, beim Bayernwettbewerb erzielte er den 3. Rang. Felipe Güttler nehme erst seit einem knappen Jahr bei ihr Klavierunterricht und habe in kürzester Zeit seinen Freund schon eingeholt.

Erfolgserlebnis macht süchtig

Wie man 13-jährige für das Klavierspielen so motivieren könne, dass sie voller Begeisterung üben? „Ich komme aus Russland und in Deutschland denkt man, dass wir eine sehr strenge Ausbildung hatten“, erzählt Natalia Panina. Das stimme aber nicht, sie habe sehr gute Lehrer gehabt, die es verstanden hätten zu motivieren. „Und das habe ich im Blut.“

Ihre 30 Schüler würden alle üben und sehr gern bei Konzerten spielen. „Wichtig ist das Erfolgserlebnis und das macht süchtig“, sagt sie. Wichtig sei auch, dass sie als Vorbild sich nicht hängen lasse und ihre Begeisterung für Musik zeige. „Dann springt der Funke über.“

Die drei Stücke des Wettbewerbs habe sie ausgewählt. „Beide wollten unbedingt Bach spielen, aber es gibt nur wenige Stücke für zwei Klaviere, eigentlich Cembali, von Bach.“ Das sei das schwierigste Stück gewesen. Für das zweite Stück habe sie Rachmaninoff gewählt, „da kommt meine russische Seele durch“, sagt sie. Dieses romantische Stück hätten die beiden Schüler sehr schnell gemeistert. Mit einer Fuge von Piazolla habe sich der Kreis zu Bach wieder geschlossen.

Konzert in Miesbach

„Die beiden haben beim Wettbewerb so gut gespielt wie nie vorher“, schwärmt die Lehrerin, und sie hätten aus ihrer Sicht schon den 1. Platz verdient. Zumal es viel schwerer sei, auf zwei Klavieren zu spielen, den Klang und den Rhythmus im Zusammenspiel so zu finden, so dass es wie ein Klavier klingt.

Damit Musikfreunde auch im Landkreis in den Genuss kommen, die beiden 13-Jährigen zu hören, wird es am 27. Februar um 18.30 Uhr bei Piano Auer in Miesbach eine Wiederholung geben. Dabei sein wird auch die russische Pianistin und Organistin Olga Kotlyarova.

Und dann hat Natalja Panina noch eine Vision. Sie möchte, dass Moritz und Felipe das Konzert für zwei Klaviere von Bach im Original auf zwei Cembali mit Streichorchester spielen. Diesen beiden außergewöhnlichen Jugendlichen möchte sie dieses Erlebnis bescheren, wenn ihr Mann, der Dirigent Marcus Rummel, mitspielt.

Text: Monika Ziegler